Der Cloudanbieter Snowflake ist offenbar Opfer einer Cyberattacke geworden. Unbekannte Täter griffen auf Kundendaten des Unternehmens zu. Betroffen waren Ticketmaster (Wir berichteten am 29.05.2024) und die Santander Bank (Wir berichteten am 16.05.2024). Möglicherweise wurden Daten von bis zu 560 Millionen Personen kompromittiert.
Der genaue Ablauf des Angriffs ist unklar. Vermutlich stahlen die Angreifer Zugangsdaten von Snowflake-Mitarbeitern. Damit verschafften sie sich Zugang zu den Kundendaten. Sie entwendeten sensible Daten wie Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern. Auch Adressen und teilweise Kreditkarteninformationen wurden gestohlen.
Snowflake entdeckte die Datenlecks selbst. Das Unternehmen informierte die Behörden und betroffenen Kunden.
Die Identität der Täter ist noch unklar. Vermutlich handelt es sich um die Hackergruppe "ShinyHunters".
Nachtrag vom 04.06.2024:
Snowflake hat nun einige seiner Kunden vor gezielten Credential Stuffing-Versuchen gewarnt. Es seien besonders Nutzer gefährdet, die keine MFA aktiviert haben.
Nachtrag vom 10.06.2024:
Den Tätern gelang der Zugriff auf Snowflakes Accounts offenbar über einen Mitarbeiterzugang, der zu Demonstrationszwecken verwendet wurde. Der Account hatte ebenfalls keine MFA.
Nachtrag vom 11.06.2024:
Aktuellen Erkenntnissen zufolge sind bislang 165 von Snowflakes über 9.800 Klienten betroffen. Man vermutet zudem, dass die Angriffe am 14. April 2024 begannen und mithilfe von Infostealern durchgeführt wurden. Die Täter sind aller Warscheinlichkeit nach finanziell motiviert.
Darüber hinaus fand TechCrunch eine Liste mit mehr als 500 Zugangsdaten im Netz, die von interessierten Hackern durchsucht und für Angriffe benutzt werden können.
Update vom 05.11.2024:
In Kanada ist ein Verdächtiger festgenommen worden. Alexander M. soll hinter den Nutzernamen "Connor", "Judische" und "waifu" stecken. Genaueres über die Vorwürfe gegen ihn gaben die kanadischen Behörden bislang nicht bekannt.
Nachtrag vom 08.04.2025:
Der mutmaßlich in den Angriff verwickelte Connor M., über den 2024 noch als Alexander M. berichtet wurde, erklärte sich nun bereit, an die USA ausgeliefert zu werden. Er unterschrieb die Erklärung mit beiden Vornamen.
Nachtrag vom 06.08.2026:
Connor M. bekannte sich schuldig; ihm stehen bis zu 32 Jahre Haft bevor.