Nach Recherchen des ungarischen Investigativ-Portals Direkt36 haben russische Hacker seit mindestens 10 Jahren weitreichenden Zugriff auf die Systeme des ungarischen Außenministeriums sowie seiner Auslandsvertretungen. Wie Direkt36 behauptet wissen die Regierungsvertreter bereits seit langer Zeit von diesen Aktivitäten, ohne aber ernsthaft etwas dagegen zu unternehmen.
Ein verschlüsseltes System zum Austausch von geheimen staatlichen und diplomatischen Informationen sei bereits 2010 von russischen Geheimdiensten gehackt worden. Zwar wurde gegen 2013 die komplette Hardware im Ministerium und seinen Auslandsvertretungen ausgetauscht, allerdings gelang es den Angreifern, das Netzwerk schnell wieder zu infiltrieren. Da auch geheime NATO- und EU-Informationen über diese Plattform ausgetauscht werden, liegt der Verdacht nahe, dass auch sensible Informationen aus dieser Quelle über die Kanäle der Hacker abgegriffen wurden. Seit spätestens dem zweiten Halbjahr 2021 sei zudem das interne E-Mail-System vollständig kompromittiert.
Die Cyber Defence Management Authority (CDMA) war nach Darstellungen ihres früheren Leiters Ferenc Frész aus dem Jahr 2015 nahezu komplett damit ausgelastet, erkannte Schwachstellen zu beseitigen. Nach seiner Entfernung aus dem Amt Ende 2014 wurden seine ehemaligen Mitarbeiter dem Innenministerium unterstellt und wenige Monate später im Zuge einer Umstrukturierung ebenfalls entlassen.