Der Zertifikatsanbieter Digicert bestätigte am 6. November 2026 eine Datenpanne. Ein unbefugter Akteur griff auf archivierte Kundendaten zu. Das Unternehmen informierte Betroffene per E-Mail. Nach Angaben von Digicert flossen personenbezogene Daten wie Name, E-Mail-Adresse, Rufnummer und Postadresse ab. In einigen Fällen sollen auch Ausweise, Führerscheine und Rechnungen betroffen sein, sofern Kunden sie zuvor bei Digicert eingereicht hatten.
Am 4. Februar 2025 zog ein internes System zur Archivierung von Kundendaten aus einem VPN-geschützten Netzwerksegment in eine andere Verfügbarkeitszone um. Durch diese Migration entstand versehentlich ein externer Zugriff auf das System. Der Grund war eine Fehlkonfiguration in der internen Kontoverwaltung. Sie erlaubte Anmeldungen ohne die sonst übliche Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA).
Im Juni 2026 bemerkte Digicert, dass jemand ein nicht zugewiesenes Benutzerkonto mit Zugriffsrechten auf die archivierten Daten angelegt hatte. Das Unternehmen korrigierte die Berechtigungen. Erst am 19. Oktober desselben Jahres stellte es fest, dass dieses Konto bereits genutzt worden war, um einen kleinen Teil der archivierten Kundendaten abzurufen. Wie viele Kunden betroffen sind, nannte Digicert nicht. Das Ausmaß beim Abfluss der Dokumente prüft das Unternehmen noch. Betroffene sollen danach gesondert informiert werden. Weitere Details nennt Digicert in einem Vorfallsbericht auf Bugzilla.