Am 19. am 19. Oktober 2026 berichteten Forscher der Sicherheitsfirma Claro, dass der KI-Agent Muse von Meta vertrauliche Nutzerinhalte offen legt, wenn Anwender Konversationen über Weblinks teilten. Meta setzte daraufhin die Teilen-Funktion aus, um sie zu prüfen und möglicherweise zu ändern.
Ursache ist ein Designfehler beim Aufbau der Freigabe-URLs. Alle Links verwenden die Domain cf.metaaiusercontent.com, und der Titel der Konversation steht zusammen mit einer langen Zeichenfolge in der Subdomain statt im URL-Pfad. Sobald ein Empfänger den Link aufruft, wird die DNS-Auflösung aufgezeichnet. Über kommerzielle Passive-DNS-Dienste lassen sich diese Einträge durchsuchen. Die Forscher nennen solche Seiten „GhostShares“: Sie sind für Personen abrufbar, denen der Link nie übergeben wurde.
Claroc konnte auf diesem Weg 6.800 Freigabelinks auflisten. Nach dem Öffnen einiger hundert fanden die Forscher Inhalte, die nicht öffentlich sein sollten. Dazu zählten Notizen eines Kandidaten für ein vertrauliches Gespräch mit einem KI-Labor, eine interne Umsatzauswertung eines Marketingunternehmens, ein Kreditantrag mit Betrag, ein Bankbetrugshinweis mit Teilkontonummer, ein Immobilien-Performancebericht mit Adressen und Finanzzahlen sowie ein Urlaubskalender mit dutzenden Beschäftigten. Laut den Forschern genügte dafür eine einzige Abfrage.
Claroc-CTO Asaf Aprozper meldete den Fund am 8. Oktober 2026 über Metas Bug-Bounty-Programm und kontaktierte Mitarbeiter auf LinkedIn, erhielt aber keine Antwort.