Der Grand Orient de France (GODF), eine der größten Freimaurerorganisationen Frankreichs, wurde Opfer eines Datenlecks, dessen Veröffentlichung von der Hacker-Gruppe LunarisSec beansprucht wird.
Die Organisation stellte den Vorfall nach eigenen Angaben am Donnerstag, dem 15. Oktober 2026 fest und erstattete Strafanzeige. Die genaue Herkunft der Daten ist bislang ungeklärt. Ob ein tatsächlicher Einbruch in die IT-Systeme stattfand, konnte nicht bestätigt werden. Der veröffentlichte Datensatz umfasst 737 Dateien, darunter 727 PDF-Dokumente mit insgesamt 9.069 Seiten. Die Dokumente stammen überwiegend aus den Jahren 2017 bis 2026 und decken nahezu ein Jahrzehnt der Tätigkeit der Organisation ab. Enthalten sind Sitzungsprotokolle des Conseil de l'Ordre (eines der Leitungsgremien), teils über 100 Seiten umfassend, Haushaltspläne und Jahresabschlüsse (u. a. zum 31. Dezember 2023 und 2025), Berichte von Wirtschaftsprüfern, Rundschreiben an die Logen, Tätigkeitsberichte, immobilienbezogene Dokumente sowie freimaurerische Arbeiten einzelner Logen. Besonders sensibel ist eine auf den 2. September 2024 datierte Namensliste der Loge „Foi & Espérance“ in Angoulême. Diese zweiseitige Tabelle enthält mehrere Dutzend Einträge mit Namen, Vornamen, privaten E-Mail-Adressen sowie Festnetz- und Mobilnummern. Die Verknüpfung dieser Kontaktdaten mit einer Loge kann zugleich die Zugehörigkeit zur Freimaurerei offenlegen.
Ein Teil des Materials besteht aus ohnehin öffentlich zugänglichen Inhalten wie Pressemitteilungen, Reden und öffentlichen Stellungnahmen.
Bereits 2016 wurde die Tochterloge Grande Loge de France Opfer eines Hacks, bei dem 6.000 Dokumente im Internet veröffentlicht wurden.